Menopause & Perimenopause: Was kann Cannabis leisten? - Hanfify

Menopause & Perimenopause: Was kann Cannabis leisten?

Inhaltsverzeichnis
|Maxim Traxel

Die Wechseljahre bringen für viele Frauen körperliche und emotionale Veränderungen mit sich – von Hitzewallungen über Schlafstörungen bis hin zu Stimmungsschwankungen. Medizinisches Cannabis rückt zunehmend in den Fokus als mögliche Unterstützung in dieser Lebensphase. Wir geben einen Überblick, wie Cannabinoide wirken können, was die Forschung sagt und worauf es bei der Anwendung ankommt.

Was passiert im Körper während Menopause und Perimenopause

Der Übergang in die Wechseljahre ist ein natürlicher Prozess, der meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr beginnt. Der Körper stellt die Produktion von Östrogen und Progesteron schrittweise ein – ein Wandel, der sich über mehrere Jahre erstrecken kann.

Hormonelle Veränderungen und ihre Folgen

In der Perimenopause schwanken die Hormonspiegel stark. Mal zu viel, mal zu wenig – der Körper sucht nach einem neuen Gleichgewicht. Diese Schwankungen beeinflussen nicht nur den Zyklus, sondern auch Stoffwechsel, Temperaturregulation und Nervensystem. Mit dem Eintritt in die Menopause sinken Östrogen und Progesteron dauerhaft ab. Das wirkt sich auf zahlreiche Körperfunktionen aus, die bisher von diesen Hormonen gesteuert wurden.

Typische Beschwerden im Überblick

Die Symptome sind individuell verschieden. Manche Frauen erleben kaum Veränderungen, andere kämpfen mit ausgeprägten Beschwerden. Häufig sind Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen, Schlafprobleme und Durchschlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit, Gelenkschmerzen und Muskelverspannungen, innere Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten. Auch Trockenheit der Schleimhäute, Gewichtszunahme und veränderte Hautstruktur gehören zum Spektrum.

Das Endocannabinoid-System und Hormone

Das Endocannabinoid-System spielt eine Rolle bei der Regulation von Körpertemperatur, Schlaf, Stimmung und Schmerzempfinden – genau jene Bereiche, die in den Wechseljahren oft aus dem Takt geraten. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Östrogen und das Endocannabinoid-System miteinander interagieren. Sinkt der Östrogenspiegel, kann das auch die Aktivität des Endocannabinoid-Systems beeinflussen. Hier setzt die Überlegung an, ob Cannabinoide von außen unterstützend wirken können.

Wie medizinisches Cannabis unterstützen kann

Die Studienlage ist noch überschaubar, aber erste Untersuchungen und Erfahrungsberichte zeigen mögliche Ansatzpunkte. Cannabinoide wie CBD und THC interagieren mit Rezeptoren im Körper, die an der Regulation verschiedener Funktionen beteiligt sind.

Mögliche Wirkung auf Hitzewallungen und Schlaf

Hitzewallungen entstehen durch eine gestörte Temperaturregulation im Hypothalamus. Das Endocannabinoid-System ist an dieser Regulation beteiligt. Einige Anwenderinnen berichten, dass Cannabis die Häufigkeit und Intensität von Hitzewallungen reduzieren kann – wissenschaftlich ist das bisher nicht ausreichend belegt. Besser dokumentiert ist die Wirkung auf den Schlaf. CBD kann beruhigend wirken und das Einschlafen erleichtern. THC in niedriger Dosierung kann die Tiefschlafphasen verlängern. Beides kann bei nächtlichem Schwitzen und Durchschlafproblemen unterstützend sein.

Einfluss auf Stimmung und innere Unruhe

Stimmungsschwankungen und Angstgefühle sind häufige Begleiter der Wechseljahre. CBD wird eine anxiolytische, also angstlösende Wirkung zugeschrieben. Es kann helfen, innere Unruhe zu dämpfen und das emotionale Gleichgewicht zu stabilisieren. THC wirkt in niedrigen Dosen oft stimmungsaufhellend, kann in höheren Mengen aber auch Angst verstärken. Die richtige Balance ist hier entscheidend. Manche Frauen empfinden die Kombination beider Cannabinoide als harmonisierend.

Schmerzlinderung und Entzündungshemmung

Gelenkschmerzen und Muskelverspannungen nehmen in den Wechseljahren oft zu. Der sinkende Östrogenspiegel kann Entzündungsprozesse im Körper begünstigen. Cannabinoide haben entzündungshemmende Eigenschaften. CBD kann Schmerzsignale modulieren und Entzündungsreaktionen dämpfen. THC wirkt zusätzlich schmerzlindernd und muskelentspannend. Für Frauen mit chronischen Beschwerden kann das eine relevante Ergänzung sein.

Anwendung und Darreichungsformen

Die Wahl der Darreichungsform hängt von den Beschwerden, dem Alltag und persönlichen Vorlieben ab. Jede Form hat ihre eigenen Vor- und Nachteile in Bezug auf Wirkungseintritt und Dauer.

Öle, Kapseln oder Verdampfer – was passt wann

Öle sind vielseitig und lassen sich präzise dosieren. Sie werden unter die Zunge getropft und wirken nach etwa 15 bis 45 Minuten. Die Wirkung hält mehrere Stunden an. Gut geeignet für den Alltag und zur kontinuierlichen Anwendung. Kapseln bieten eine diskrete und geschmacksneutrale Alternative. Die Wirkung setzt verzögert ein, hält dafür länger. Praktisch für unterwegs oder wenn der Geschmack von Öl stört. Verdampfer ermöglichen eine schnelle Wirkung innerhalb weniger Minuten. Das kann bei akuten Hitzewallungen oder plötzlicher Unruhe hilfreich sein. Die Wirkdauer ist kürzer als bei oraler Einnahme. Topische Produkte wie Cremes oder Gele eignen sich für lokale Beschwerden wie Gelenkschmerzen.

Dosierung und Herantasten

Es gibt keine Standarddosierung. Jeder Körper reagiert anders. Wir empfehlen, niedrig zu starten und langsam zu steigern. Bei CBD kann man mit 5 bis 10 mg täglich beginnen und die Dosis schrittweise erhöhen, bis eine spürbare Wirkung eintritt. Bei THC-haltigen Produkten ist Vorsicht geboten. Schon geringe Mengen können psychoaktiv wirken. Hier sollte man mit Mikrodosen unter 2,5 mg beginnen. Ein Symptomtagebuch hilft, Wirkung und Verträglichkeit zu beobachten. Notiere, wann du was genommen hast und wie sich Beschwerden entwickeln.

Wechselwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Cannabinoide können mit anderen Medikamenten interagieren. Besonders relevant sind Blutverdünner, Antidepressiva und Beruhigungsmittel. CBD hemmt bestimmte Leberenzyme, die am Abbau vieler Medikamente beteiligt sind. Das kann deren Wirkung verstärken oder abschwächen. Sprich vor der Anwendung mit deinem Arzt, wenn du regelmäßig Medikamente nimmst. Auch bei Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen oder psychischen Erkrankungen ist ärztliche Begleitung wichtig. Schwangere und Stillende sollten auf Cannabis verzichten.

Rechtslage und ärztliche Begleitung

In Deutschland ist medizinisches Cannabis seit 2017 verschreibungsfähig. Die Verordnung ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft und erfordert eine ärztliche Begleitung.

Wann ist eine Verordnung möglich

Eine Verordnung kommt in Betracht, wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und konventionelle Therapien nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Wechseljahresbeschwerden allein gelten nicht automatisch als schwerwiegende Erkrankung. Wenn jedoch ausgeprägte Schlafstörungen, chronische Schmerzen oder starke psychische Belastungen vorliegen, kann eine Verordnung möglich sein. Die Entscheidung liegt beim behandelnden Arzt. Gynäkologen, Allgemeinmediziner oder Schmerztherapeuten können Cannabis verschreiben. Manche Ärzte sind offener für diese Therapieform als andere. Es kann sich lohnen, gezielt nach cannabiserfahrenen Medizinern zu suchen.

Kosten und Kostenübernahme

Medizinisches Cannabis ist teuer. Die monatlichen Kosten liegen oft zwischen 100 und 500 Euro, je nach Produkt und Dosierung. Seit 2017 können gesetzliche Krankenkassen die Kosten übernehmen. Dafür muss vor der ersten Verordnung ein Antrag gestellt werden. Die Kassen prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Die Genehmigungsquote liegt bei etwa 70 Prozent. Bei Ablehnung kann Widerspruch eingelegt werden. Private Krankenkassen handhaben das unterschiedlich. Hier lohnt sich eine direkte Nachfrage. Ohne Kostenübernahme bleibt die Selbstzahlung. CBD-Produkte ohne THC sind frei verkäuflich und deutlich günstiger, fallen aber nicht unter die Verschreibungspflicht.

Worauf bei der Produktwahl achten

Qualität und Transparenz sind entscheidend. Bei verschreibungspflichtigen Produkten aus der Apotheke ist die Qualität durch pharmazeutische Standards gesichert. Bei frei verkäuflichen CBD-Produkten variiert die Qualität stark. Achte auf unabhängige Laboranalysen, die den Cannabinoid-Gehalt und die Reinheit bestätigen. Seriöse Hersteller stellen diese Zertifikate zur Verfügung. Bio-Anbau und Extraktion ohne Lösungsmittelrückstände sind weitere Qualitätsmerkmale. Vollspektrum-Produkte enthalten neben CBD auch andere Cannabinoide und Terpene. Dieser Entourage-Effekt kann die Wirkung verstärken. Isolate enthalten nur reines CBD. Beide Varianten haben ihre Berechtigung. Wir vergleichen über 1000 Produkte und helfen dir, das passende zu finden – transparent, sorgfältig ausgewählt und mit Charakter.