Nutzhanf legal anbauen – das geht in Deutschland nur mit zugelassenen EU-Sorten. Wir zeigen dir alle 122 Sorten, die 2026 erlaubt sind, erklären den Unterschied zwischen BLE-Liste und EU-Sortenkatalog und wie du die interaktive Tabelle nutzt, um schnell die richtige Sorte für dein Vorhaben zu finden.
Warum nur bestimmte Hanfsorten erlaubt sind
Nicht jede Hanfpflanze darf in Deutschland angebaut werden. Die Regulierung schützt vor Missbrauch und stellt sicher, dass nur Sorten mit niedrigem THC-Gehalt kultiviert werden. Wir erklären, welche rechtlichen Grundlagen gelten und warum die Sortenwahl so entscheidend ist.
THC-Grenzwert und rechtliche Grundlage
Der Anbau von Nutzhanf ist in Deutschland an einen klaren THC-Grenzwert gebunden: Maximal 0,3 Prozent Tetrahydrocannabinol dürfen die Pflanzen enthalten. Diese Regelung basiert auf dem Betäubungsmittelgesetz und europäischen Vorgaben. Nur Sorten, die diesen Wert zuverlässig einhalten, werden zugelassen. Das schafft Rechtssicherheit für Landwirte und Verarbeiter – und stellt sicher, dass Nutzhanf klar von Cannabis mit psychoaktiver Wirkung getrennt bleibt. Die Grenze wurde bewusst so gewählt, dass sie den Anbau für Fasern, Samen und CBD-Extraktion ermöglicht, ohne das Missbrauchspotenzial zu erhöhen.
BLE-Liste vs. EU-Sortenkatalog: Der Unterschied
In Deutschland gibt es zwei relevante Listen: Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) führt eine nationale Liste mit Sorten, die hierzulande angebaut werden dürfen. Parallel dazu existiert der gemeinsame EU-Sortenkatalog, der alle in der Union zugelassenen Nutzhanfsorten umfasst. Nicht jede EU-Sorte ist automatisch auch in Deutschland erlaubt – manche sind im EU-Katalog gelistet, aber für den deutschen Anbau gesperrt. Das kann verschiedene Gründe haben, etwa abweichende Prüfverfahren oder regionale Besonderheiten. Für deinen Anbau zählt: Die Sorte muss auf der BLE-Liste stehen und als "Zugelassen" markiert sein. Nur dann bist du rechtlich auf der sicheren Seite.
Was passiert bei Verstößen?
Wer Hanf ohne Genehmigung oder mit nicht zugelassenen Sorten anbaut, bewegt sich im Bereich des Betäubungsmittelgesetzes. Die Folgen können empfindlich sein: Bußgelder, Vernichtung der Ernte, strafrechtliche Konsequenzen. Auch bei zugelassenen Sorten gilt: Der Anbau muss bei der BLE angemeldet werden, und die Pflanzen unterliegen regelmäßigen Kontrollen. Wird der THC-Grenzwert überschritten – etwa durch ungünstige Witterung oder falsche Sortenauswahl – kann die gesamte Ernte unbrauchbar werden. Deshalb ist die sorgfältige Auswahl aus der offiziellen Liste der erste und wichtigste Schritt.
So nutzt du die interaktive Sortenliste
Unsere Tabelle zeigt alle 122 zugelassenen Hanfsorten für 2026 – übersichtlich, filterbar und mobil optimiert. Mit wenigen Klicks findest du die Sorte, die zu deinem Vorhaben passt. Wir zeigen dir, wie du Suche, Filter und Sortierung am besten einsetzt.
Suche und Filter richtig einsetzen
Die Suchfunktion reagiert in Echtzeit: Gib einfach einen Sortennamen oder ein Herkunftsland ein, und die Liste passt sich automatisch an. Das spart Zeit, wenn du bereits eine bestimmte Sorte im Blick hast. Zusätzlich stehen dir zwei Filter zur Verfügung: Das Länder-Dropdown zeigt nur Sorten aus einem bestimmten Herkunftsland – praktisch, wenn du gezielt nach französischen oder niederländischen Züchtungen suchst. Der BLE-Status-Filter trennt zwischen "Zugelassen" und "Eingeschränkt" für Deutschland. So siehst du auf einen Blick, welche Sorten du tatsächlich anbauen darfst und welche nur im EU-Katalog gelistet, aber hierzulande gesperrt sind.
Sortierung nach Name, Land oder Status
Du kannst die Liste nach verschiedenen Kriterien ordnen: Nutze das Dropdown-Menü für schnelle Sortierung von A bis Z oder umgekehrt. Alternativ klickst du direkt auf die Spaltenüberschriften – ein Klick sortiert aufsteigend, ein zweiter absteigend. Das hilft, wenn du einen Überblick nach Herkunftsländern brauchst oder alle gesperrten Sorten auf einen Blick sehen möchtest. Die Sortierung bleibt aktiv, auch wenn du gleichzeitig Filter oder Suche verwendest. So behältst du die Kontrolle über deine Ansicht.
Mobile Ansicht: Wischen und Scrollen
Auf dem Smartphone bleibt die Tabelle voll funktionsfähig: Wische nach rechts, um alle Spalten zu sehen – die Sortenname-Spalte bleibt dabei fixiert, sodass du immer weißt, welche Sorte du gerade betrachtest. Beim vertikalen Scrollen bleibt die Kopfzeile oben sichtbar, damit du die Spaltenbezeichnungen nicht aus den Augen verlierst. Die Farb-Badges sind auch auf kleinen Bildschirmen gut erkennbar: Grün steht für "Zugelassen" in der deutschen BLE-Liste, Orange für "Gesperrt (DE)" – im EU-Katalog, aber in Deutschland verboten. Ein weiteres grünes Badge zeigt "Gelistet" im EU-Sortenkatalog an. So navigierst du auch unterwegs sicher durch die Liste.
Die wichtigsten Hanfsorten im Überblick
Von bewährten Klassikern bis zu spezialisierten Züchtungen – die Vielfalt ist groß. Wir stellen dir die gängigsten Sorten vor, zeigen, welche Länder welche Züchtungen beisteuern und was es mit gesperrten Sorten auf sich hat.
Beliebte Sorten für den deutschen Anbau
Einige Sorten haben sich in Deutschland besonders etabliert: Sie sind robust, zuverlässig im THC-Gehalt und gut verfügbar. Dazu zählen etwa Sorten wie Fedora 17, Futura 75 oder Finola – Namen, die in der Branche häufig fallen. Diese Sorten eignen sich für unterschiedliche Zwecke: Manche sind auf Faserertrag optimiert, andere auf Samenproduktion oder CBD-Gehalt. Welche Sorte für dich passt, hängt von deinem Vorhaben ab. Die BLE-Liste gibt dir die Sicherheit, dass alle aufgeführten Sorten den rechtlichen Anforderungen entsprechen. Viele Landwirte orientieren sich an regionalen Erfahrungen und Empfehlungen – ein Blick in die Liste zeigt dir, welche Optionen zur Verfügung stehen.
Herkunftsländer und ihre Züchtungen
Die zugelassenen Sorten stammen aus verschiedenen europäischen Ländern: Frankreich, die Niederlande, Polen, Ungarn und weitere Staaten haben eigene Züchtungsprogramme. Jedes Land bringt unterschiedliche Schwerpunkte mit – französische Sorten gelten oft als besonders faserorientiert, niederländische Züchtungen sind häufig auf Samenertrag ausgelegt. Die Herkunft sagt aber nicht automatisch etwas über die Eignung für deutsche Anbaubedingungen aus. Viele Sorten sind inzwischen europaweit erprobt und angepasst. In unserer Tabelle siehst du das Herkunftsland jeder Sorte – so kannst du gezielt nach Züchtungen aus bestimmten Regionen suchen oder die Vielfalt der europäischen Hanfzucht entdecken.
Gesperrte Sorten: Was du wissen musst
Manche Sorten sind im EU-Sortenkatalog gelistet, aber in Deutschland nicht zum Anbau zugelassen. Das erkennst du am orangefarbenen Badge "Gesperrt (DE)". Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Manchmal fehlen nationale Prüfungen, manchmal gibt es Bedenken bezüglich des THC-Gehalts unter deutschen Klimabedingungen. Für dich bedeutet das: Diese Sorten darfst du in Deutschland nicht anbauen, auch wenn sie in anderen EU-Ländern erlaubt sind. Die Sperrung ist verbindlich und wird bei Kontrollen geprüft. Unsere Liste macht diese Unterscheidung transparent – so vermeidest du Fehler bei der Sortenauswahl und bleibst rechtlich auf der sicheren Seite.
Anbau planen: Nächste Schritte
Die richtige Sorte ist gewählt – jetzt geht es um die praktische Umsetzung. Wir zeigen dir, welche Schritte vor dem ersten Anbau stehen, wo du zertifiziertes Saatgut beziehst und was bei Dokumentation und Kontrollen zu beachten ist.
Anmeldung und Genehmigung
Bevor du mit dem Anbau beginnst, musst du dein Vorhaben bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung anmelden. Die Anmeldung erfolgt schriftlich und muss bestimmte Angaben enthalten: Sortenname, Anbaufläche, Aussaattermin und Lage der Felder. Die BLE prüft deine Angaben und bestätigt die Anmeldung. Ohne diese Bestätigung ist der Anbau nicht erlaubt. Die Anmeldefrist endet in der Regel vor der Aussaat – informiere dich rechtzeitig über die aktuellen Termine. Auch wenn du bereits in Vorjahren Hanf angebaut hast, ist jedes Jahr eine neue Anmeldung erforderlich. Die BLE stellt auf ihrer Website alle notwendigen Formulare und Informationen bereit.
Saatgut beziehen: Zertifizierte Quellen
Das Saatgut muss aus zertifizierter Vermehrung stammen – nur so ist sichergestellt, dass die Sorte den Anforderungen entspricht. Anerkannte Saatgutbetriebe liefern mit jeder Charge ein Zertifikat, das die Sortenreinheit und den THC-Gehalt bestätigt. Dieses Zertifikat musst du aufbewahren und bei Kontrollen vorlegen können. Achte darauf, dass das Saatgut für die aktuelle Anbausaison zugelassen ist – ältere Chargen können ihre Zertifizierung verlieren. Viele Züchter und Händler sind auf Nutzhanf spezialisiert und beraten dich bei der Auswahl. Die Investition in hochwertiges, zertifiziertes Saatgut zahlt sich aus – sie ist die Grundlage für einen rechtssicheren und erfolgreichen Anbau.
Dokumentation und Kontrollen
Während der Anbausaison bist du verpflichtet, alle relevanten Schritte zu dokumentieren: Aussaat, Pflege, Ernte. Die BLE führt stichprobenartig Kontrollen durch – dabei werden Pflanzenproben entnommen und auf ihren THC-Gehalt untersucht. Diese Kontrollen sind unangekündigt und verpflichtend. Halte alle Unterlagen bereit: Anmeldebestätigung, Saatgutzertifikat, Anbauplan. Auch nach der Ernte kann es Nachkontrollen geben. Die Dokumentation dient deinem Schutz – sie belegt, dass du alle Vorgaben eingehalten hast. Behandle sie als Teil deines Qualitätsmanagements. So schaffst du Transparenz und baust Vertrauen auf – gegenüber Behörden, Abnehmern und der gesamten Wertschöpfungskette.