Nicht mehr legal: 10-OH-HHC ab sofort in Deutschland verboten

Nicht mehr legal: 10-OH-HHC ab sofort in Deutschland verboten - Hanfify

10-OH-HHC Verbot durch NpSG: Fakten, Hintergründe und warum „synthetisch“ kein Schimpfwort ist

Der Gesetzgeber hat Fakten geschaffen. Mit der „Sechsten Verordnung zur Änderung der Anlage des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes“, ausgegeben am 1. Dezember 2025 in Bonn, wurde die rechtliche Lage für alternative Cannabinoide massiv verschärft.

Wir schauen uns an, was das faktische Aus für 10-OH-HHC bedeutet, warum die Debatte um „synthetische“ Cannabinoide oft scheinheilig geführt wird und welche Interessen im Hintergrund wirklich spielen.

Quelle: Sechste Verordnung zur Änderung der Anlage des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes vom 01.12.2025


Die Rechtslage: Warum 10-OH-HHC jetzt betroffen ist

Das NpSG arbeitet nicht mit Einzelverboten, sondern mit Stoffgruppen. Das neue Update hat die Definitionen so angepasst, dass die chemische Lücke für 10-OH-HHC geschlossen wurde.

Im Detail betrifft dies die Stoffgruppe der „Von 6H-Benzo(c)chromen-1-ol abgeleiteten Verbindungen“. Die aktualisierte Definition erfasst das chemische Grundgerüst (Dibenzo(b,d)pyran) unabhängig davon, ob der aromatische Ring A vollständig hydriert ist oder nicht.

Das bedeutet im Klartext:

  • Das Grundgerüst von HHC (Hexahydrocannabinol) ist erfasst.
  • Entscheidend sind die Substituenten am Ring A. Hier führt die neue Verordnung explizit die „Hydroxy-Gruppe“ als Kriterium auf, das die Substanz in den verbotenen Bereich zieht.

Da 10-OH-HHC chemisch nichts anderes ist als dieses Grundgerüst mit einer Hydroxy-Gruppe, fällt es ab sofort unter das Handels- und Weitergabeverbot des NpSG. Da die Verordnung am Tag nach der Verkündung in Kraft tritt, gilt dies unmittelbar.


Mythos vs. Realität: Die Angst vor dem „Synthetischen“

Mit jedem Verbot kocht die Diskussion hoch: Neuartige Cannabinoide werden oft pauschal kritisiert – meistens mehr aus Gewohnheit als aufgrund von Fakten. Der Begriff „synthetisch“ dient dabei oft als intuitives Warnsignal, hält aber einer sachlichen Überprüfung in der modernen Welt kaum stand.

Wir müssen hier ehrlich sein: In unserer Produktwelt ist Synthese der Standard für Qualität und Sicherheit.

  • Alltagsprodukte: Vitamine, Aromen, Nahrungsergänzungsmittel und ein Großteil pharmazeutischer Wirkstoffe werden synthetisch hergestellt oder optimiert.
  • Der Grund: Nur so lassen sich konstante, kontrollierte und reproduzierbare Ergebnisse erzielen.

Genau diese Prinzipien gelten für moderne Cannabinoide wie HHC, Superior-Produkte und vergleichbare Substanzen. Ihre Herstellung im Labor ermöglicht stabile Rezepturen und präzise Analysen. Unabhängige Labortests werden dadurch erleichtert, und die natürlichen Schwankungen, die bei klassischen Pflanzenextrakten auftreten, werden eliminiert. Die Frage ist also nicht, ob ein Stoff „synthetisch“ ist, sondern wie sorgfältig er entwickelt, hergestellt und geprüft wurde.

Innovation, Regulierung und Wettbewerb

Dass neuartige Cannabinoide für Diskussionen sorgen, liegt auch an der rechtlichen Dynamik. Substanzen wie 10-OH-HHC zeigten ein Wirkprofil, das an THC erinnert, fielen aber bisher nicht unter dieselben strengen Gesetze. Das ist ein klassisches Muster in schnell wachsenden Branchen: Innovation trifft auf Regulierung, und beide holen sich in einem laufenden Prozess gegenseitig ein.

Doch es gibt noch einen weiteren Akteur in dieser Debatte: Telemedizin-Anbieter.

Seitdem medizinisches Cannabis einfacher verschrieben werden kann, hat sich ein neuer Markt etabliert. Diese Anbieter äußern sich naturgemäß oft kritisch über frei verkäufliche Alternativen auf dem Markt. Das ist verständlich, aber auch durchschaubar: Hier spielen handfeste wirtschaftliche Interessen eine Rolle. Wer THC auf Rezept verkauft, hat wenig Interesse an legalen, rezeptfreien Alternativen für erwachsene Konsumenten.


Fazit

Das Verbot von 10-OH-HHC durch das NpSG-Update vom Dezember 2025 ist ein Rückschlag für die Wahlfreiheit. Es ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass moderne Cannabinoide eine legitime Erweiterung des Spektrums legaler Hanfprodukte darstellen.

Das Märchen vom „bösen synthetischen Cannabinoid“ dient oft nur dazu, Angst zu schüren oder Märkte abzuschotten. Die Realität zeigt eine dynamische Branche, die neue Optionen schafft. Wir plädieren weiterhin für Aufklärung und Qualitätsstandards statt pauschaler Verbote.